
JFK-Akten enthüllt: CIA überwachte kritische Stimmen und pflegte dubiose Medienkontakte
Die jüngste Veröffentlichung von rund 63.000 Seiten bislang geheimer Akten zum Kennedy-Attentat wirft ein bezeichnendes Licht auf die fragwürdigen Praktiken des US-Geheimdienstes in den 1960er Jahren. Während die neuen Dokumente kaum bahnbrechende Erkenntnisse zum Attentat selbst liefern, offenbaren sie umso mehr über die systematische Überwachung kritischer Stimmen und die gezielte Manipulation der Medienlandschaft.
Mysteriöser Tod eines Insiders weckt Zweifel
Besonders brisant erscheint der Fall des ehemaligen Geheimdienstmitarbeiters Gary Underhill. Der als Waffenexperte anerkannte Insider wurde im Mai 1964 tot in seiner Washingtoner Wohnung aufgefunden. Offiziell wurde Selbstmord diagnostiziert - doch die Umstände seines Todes werfen erhebliche Fragen auf. Underhill hatte zuvor Freunden anvertraut, dass er Kenntnis von dubiosen CIA-Zirkeln habe, die in Waffen- und Drogenhandel verstrickt seien. Er vermutete sogar eine Verbindung dieser Kreise zum Kennedy-Mord.
Systematische Medienmanipulation durch den Geheimdienst
Die Akten belegen eindrücklich, wie die CIA gezielt Journalisten für ihre Zwecke instrumentalisierte. Unter Tarnnamen wurden "vielversprechende" Medienkontakte systematisch aufgebaut und gefördert. Besonders aufschlussreich ist der Fall eines als "AMCARBON-1" bezeichneten Journalisten, der sich als williger Helfer bei der Verbreitung von Desinformation und der Diskreditierung missliebiger Personen erwies.
Präsident Johnson zeigte sich besorgt
Selbst der damalige US-Präsident Lyndon B. Johnson äußerte 1964 in einem Gespräch mit CIA-Agenten seine Besorgnis über den zweifelhaften Ruf des Geheimdienstes. Er forderte eine Abkehr vom Image der "schmutzigen Tricks" - eine Mahnung, die angesichts der nun enthüllten Praktiken wie blanker Hohn erscheint.
Internationale Geheimdienstverflechtungen
Die Dokumente offenbaren auch das enge Zusammenspiel verschiedener westlicher Geheimdienste bei der Kontrolle brisanter Informationen. So intervenierte etwa der australische Geheimdienstchef Charles Spry persönlich bei CIA-Direktor Richard Helms, um bestimmte Dokumente unter Verschluss zu halten - ein deutlicher Hinweis auf die internationale Dimension der Vertuschungsversuche.
Die neuen Enthüllungen bestätigen einmal mehr die tiefgreifende Skepsis gegenüber der offiziellen Darstellung des Kennedy-Attentats. Sie zeigen ein erschreckendes Bild eines Geheimdienstapparates, der vor systematischer Überwachung, Manipulation und möglicherweise noch drastischeren Maßnahmen nicht zurückschreckte, um unliebsame Wahrheiten im Verborgenen zu halten.
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